Mit Sand haben’s die Attacies. Weil der alte James Tobin dazu aufrief, mit einer Steuer den Währungs-Spekulanten „Sand ins Getriebe“ zu streuen und weil der Kampf für die Finanztransaktionssteuer aktueller denn je ist. Der internationale Attac-Newsletter heißt „Sand im Getriebe“. Bei all dem Gewerfe mit dem feinkörnigen Zeugs geht auch mal was ins Auge.

Die große Politik
Die Faust der Pazifistin ballt sich in der Hosentasche: Diese Kanzlerin winkt Rüstungsgschäfte wohl am liebsten im Dutzend durch …? Oder tue ich ihr unrecht? Ist’s nicht einfach persönliche Vorsorge, wie meine Eltern sie bei mir auch gerne ausgeprägter sähen? Schließlich ist Angela Merkel eine kluge Frau, die weiß, welche Türen sich die Vorgänger in verschiedensten Regierungsämtern aufzustoßen wussten. Pipeline-Demokratie soll es bei Angela nicht werden, bei Gazprom ist ja schon Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Vielleicht erwog die Sorgende, dass ihre Angst vor der Wählerwut nach Fukushima den Weg zur besonders beliebten Politiker-Aufbewahrungsbranche vermint haben könnte? Die Wirtschaftsminister Clement, Müller und Glos machten sich bis zum Schluss bei den Chefs der großen Energiekonzerne beliebt. ( Zumindest wenn die Rolle der Ausstiegskanzlerin sich nicht rechtzeitig als großes Ablenkungsmanöver entpuppt).

Die Machtfrau mit der Witz-Regierung hat einen Weg „für echte Kerle“ gewählt. In dieser Woche gab sie nichts anderes als ihre Bewerbung bei der Rüstungsindustrie ab. Mit Schleifchen sozusagen und Panzern für Syrien und Patroullienbooten für Angola. Oh, Angela!
Wie bitte, ich soll mich nicht so anstellen? Weil Angie genau hier Volksnähe zeigt? Zumindest die Nähe zu den InhaberInnen der zahlreichen Riesterverträge, bei denen die Alterssicherung bombensicher ist?

Außerdem kurbelt die Kanzlerin das Wirtschaftswachstum an. Was die Griechen schon lange nicht mehr auf die Reihe kriegen. Sie müssen ja auch Panzer kaufen, made in Germany. Das sollte ihnen die geschlossenen Schulen und abgesagten Operationen wert sein.
Und außerdem gibt es zwischen den Ruinen und dem ganzen Krisengejammer auch im Land der alten Philosophen noch echte Goldgräberstimmung: Unter den Windenergie-Investoren – ratet, wo meisten herkommen. So hohe Einspeisevergütungen leisten sich andere Länder nicht – klar, woher hier der Wind weht: Ein paar Gewinner stehen immer fest. Die Banken. Und weitere professionelle Egoisten, die mit Peanuts niemals Erdnüsse meinen…

Das kleine Attac
Sommerpause? Nicht für die tapfersten bundesweiten Attac-Aktiven! Die ENA naht, die EU kriselt, die Bankenkampagne läuft an. Wenn draußen die Sonne lacht, läuft drinnen „das Doodle“ terminfindend heiß. Noch nie was vom „Doodle“ gehört? Wer bei Attac auf sich hält, kennt sogar schon das Konkurrenzprodukt „Dudle“. Beides sind Internetangebote zur Terminabsprache über große Entfernungen. Ganz basisdemokratisch kommt die nächste telefonische Besprechung zustande. Oder auch nicht, wenn trotz wunderbarer Findung beim Einwählen zu wenige dabei sind. ExpertInnen des online-Abstimmungs-Spaßes wissen längst, wie sich das Ding manipulieren lässt: Wer später abstimmt, kann gezielt Termine protegieren – und evtl. sogar „Nervensägen“ ausgrenzen. Häufiger sind aber noch die ZeitgenossInnen, die sich mit Grauen die Haare raufen: War der Termin am Montag nachmittag schon vergeben? Mist, schon dreifach? Und will ich auch für’s Wochenende zugeben, wann ich telefonieren könnte? Wie gut, dass der „doppelte Doodle“ inzwischen auch als Entschuldigung funktioniert.