Dass Blockupy Frankfurt ein voller Erfolg wird, deutete sich schon vor dem Samstag an. Der Ablauf der Platzbesetzungen und Blockaden hat die repressive Polizeistrategie ad absurdum geführt. Sowohl AnwohnerInnen als auch Medien konnten für die völlig überzogene Präsenz von 5.000 Robocops wenig Verständnis aufbringen. Die Menschen haben sich ihrer politischen Rechte nicht berauben lassen. Statt mit Schlauchboten und Krankenhausbetten sind sie mit Grundgesetzen auf die Plätze gezogen und haben sich ihr darin festgeschriebenes Recht genommen. Selbstverständlich besonnen und gewaltfrei.

Die hessische Innenpolitik und Polizei haben es sich dennoch nicht nehmen lassen, selbst am Samstag früh noch Busse auf dem Weg nach Frankfurt aufzuhalten und die Reisenden mit überzogenen, langwierigen Durchsuchungen zu schikanieren. Geht’s noch? Diese Demo war nicht mal verboten. Und das will was heißen im Bankfurt dieser Tage. Auch in der Stadt war die Polizei wieder überpräsent und provokativ. Doch auch diesmal ließen sich die Menschen nicht aus der Ruhe bringen. 25.000 Menschen aus ganz Europa kamen um 12.05 Uhr am Baseler Platz zusammen um gemeinsam gegen die Krisenpolitik der Troika und für echte Demokratie zu demonstrieren. Das taten sie sehr ernsthaft, aber eben dennoch bunt, kreativ und mit bester Laune. Während der Demo kamen noch mehrere Tausend dazu.

Die Stimmung war eigentlich überall gut im langen Demonstrationszug, der sich rund um das Bankenviertel in Richtung EZB bewegte. Insbesondere der Attac-Block hat viel Freude gemacht. Er war groß und kreativ und die „Lautsprecherwagen-Show“ war einmalig. Etwas angespannt war die Stimmung lediglich im anti-kapitalistischen Block, denn die Polizei zeigte sich auch während der Demo aggressiv und provokativ. In Vierer-Reihen wurde der anti-kapitalistische Block begleitet, bedrängt, geteilt und behindert. Den de-eskalierenden Aktionskonsens konnte das nicht brechen. Alle Sprecher auf den Lautsprecherwagen machten deutlich, dass dies eine gemeinsame, gewaltfreie Demo ist, die gemeinsam begonnen wurde und gemeinsam enden werde. Und so kam es dann auch. Nun muss die Bild-Zeitung aus zwei kleinen Böllern Feuerwerkskörper und fliegende Steine machen um ihre Linie aufrecht zu halten. Der Phantasie sind offenbar keine Grenzen gesetzt.

Im Anschluss an die Demo folgte noch eine Kundgebung mit kulturellen Elementen und Redebeiträgen aus Griechenland, den USA, Portugal und Deutschland. Der internationalistische, solidarische Charakter wurde dabei nochmal ganz deutlich. Am Ende lag es in der Luft: Blockupy ist Teil einer internationalen Bewegung gegen Bankenmacht und für echte Demokratie. Und es ist gut, dass es endlich ein starkes Zeichen aus dem Mutterland der neoliberalen, autoritären Krisenpolitik gab. Dieses Zeichen war überfällig und es wird nicht folgenlos bleiben. In Frankfurt ist die Hegemonie der Austerität weiter gebröckelt. Es gerät immer mehr in Bewegung bei den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. Nix mit Schockstarre!