Am Freitag brechen wir zusammen mit Hassan auf in Richtung Western Province, zu dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist.  Die Region an der Grenze zu Uganda und am kenianischen Teil des Victoriasees ist die Heimat besonders vieler Luyas, zu denen auch seine Familie gehoert.

Wir buchen einen Nachtreisebus. Nicht billig für kenianische Verhältnisse: 1200 Schilling kostet die Reise pro Nase, knapp 10 Euro für die 400 Kilometer. Dafür sind in jeder Reihe nur 4 Sitze und es gibt recht viel Beinfreiheit. Weil eine Zahlung der UNDP fuer Hassans Mobilisierungsarbeit zu dem Demokratiekongress auf sich warten laesst, kaufen Alexis und ich fuer seine Mutter ein: Zucker und Bratfett, Reis und Mehl, viele der Dinge, die die Haushalte der aermeren Familien derzeit kaum noch bezahlen koennen.

Muss alles mit: Der Alexis und das viele Gepaeck

Der Wartesaal der Busfirma ist voll, als endlich die Durchsage zum Einsteigen kommt. Viele Reisende haben jede Menge Gepaeck dabei: Kopierpapier und Moebelstuecke, Wasserrohre und Kleiderballen. Alles wird im Gepaeckraum des Busses verstaut, nur eine halbe Stunde spaeter als der Fahrplan meinte, geht es los. Wenige Minuten nach dem Start ist Polizeikontrolle. Alle Mitreisenden müssen mit ihrem Handgepäck aus dem Bus steigen und bekommen vom Reiseunternehmen eine kleine Flasche für die Reise. Auf dem Parkplatz bilden wir eine Männer- und eine Frauenschlange. Ein Polizist untersucht die Männer, eine Kollegin die Frauen nach möglichen Waffen. Die Suche geht schnell. Alexis hat ein scharfe Opinellmesser dabei, das nicht gefunden wird. Trotzdem wird es eine ruhige Fahrt.

Wir sind uns nicht ganz sicher: Relativiert der letzte Punkt alle vorhergehenden?

Auf halber Strecke halten wir an einer Raststätte bei Nakuru. Deren großzügiger Gastronomiebereich  kommt fast an die Raststätten, die ich von Busreisen bei uns kenne heran. Die Toiletten sind schmutziger, aber kenianische Reisende wissen, dass sie Toilettenpapier immer selbst dabei haben müssen.

Weil es Nacht ist, sehen wir nichts von der Landschaft, durch die wir fahren. Zum Glück vielleicht, denn der Bus fährt sehr schnell und irgendwann fallen Alexis die Warnschilder am Straßenrand auf, solche mit einem Auto, das in die Tiefe stürzt.

Gegen fünf klettern wir etwas steif in Majengo aus dem Bus. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß zu Hassans Elternhütten. Als wir in die Betten krabbeln ist von der nahen Moschee (zwei Moscheen auf 200 Kirchen, sagt Hassan) das lautsprecherverstärkte Morgengebet zu hören. Der Hahn ruft schon den Tag herbei).