Auch heute vormittag hat die Schuldenkrise bei den Veranstaltungen auf der ENA eine zentrale Rolle gespielt. Besonders stark thematisiert wurde dabei die Demokratiefrage. Das Krisenmanagement von EU, IWF und den europäischen Regierungen beinhaltet einen krassen Angriff auf bestehende demokratische Rechte. Besonders hart von der Krise betroffene Länder bekommen weitreichende wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen von außen vorgeschrieben, während die undemokratischen, europäischen Institutionen (Kommission und Rat) die Krise nutzen um nachhaltig immer mehr Macht an sich zu ziehen.

Im Workshop des wissenschaftlichen Beirates von Attac Deutschland haben Miguel Otero und Elmar Altvater sehr interessante Inputs zu Geld, Währung, Währungsunion und Schulden gegeben und damit eine gute Grundlage für eine anschließende Debatte über politische Alternativen zur vorherrschenden Krisenpolitik und Handlungsoptionen für soziale Bewegungen geschaffen. In der Diskussion wurden auch die Ergebnisse von anderen Workshops eingebracht und weiterentwickelt. So kam es zu einer konzentrierten und konstruktiven Diskussion. Das europäische Attac-Netzwerk wächst auf der ENA eindeutig stärker zusammen – das ist vor dem Hintergrund einer europäischen Krise, die europäische Antworten aus der Zivilgesellschaft braucht, auch ganz wichtig.

In anderen Workshops stand die Demokratiefrage noch stärker im Mittelpunkt. Eine Gruppe hat sich mit demokratischen Alternativen aus einer feministischen Perspektive befasst, eine andere mit Demokratie, Oligarchie und Governance in der EU. Auch das zentrale Forum am Nachmittag mit Susan George, Dexter Whitfield und Christian Felber wird sich der Demokratiefrage widmen.

Über unmittelbare Demokratie-Veranstaltungen hinaus haben am Vormittag auch Themen wie Reichtum und Armut, Sozialpolitik, Bildungspolitik und Finanzmarktregulierung eine wichtige Rolle gespielt.