Die heutigen Proteste waren definitiv ein wichtiger Schritt für die globalen soziale Bewegungen seit dem Beginn der Finanz-/Weltwirtschaftskrise in der zweiten Jahreshälfte 2007. Im übrigen gab es seit dem 15. Februar 2003, den Protesten gegen den Irak-Krieg, keine derartige Mobilisierung mehr. Es entsteht ein neuer globaler Akteur.
In der Bundesrepublik waren heute 40.000 Menschen unterwegs. Und es gab noch nie Demonstrationen von der Größenordnung zu diesem Kernthema von Attac. Das Attac-Netzwerk hat dazu einen bedeutenden – mitentscheidenden – Beitrag geleistest. In etwa 50 Städten waren Attac-Gruppen an Aktionen beteiligt. Es gibt eine Dynamik und vor allem diesen spontanen Faktor (befeuert durch Occupy Wallstreet + der mediale Hype), denn obwohl der Termin seit dem 30.5. in der Welt war, gab es in Deutschland keine langfristige breite Mobilisierung im Vorfeld.

Seit Beginn dieser Krise haben wir seit heute das erste Mal die Chance, unsere Kritik am Finanzmarktkapitalismus mit einer Bewegungsdynamik zusammen zu bringen, und: die Krise spitzt sich erneut zu. Deshalb steht am kommenden Sonntag (23.10.) beim EU-Gipfel die nächste große Bankenrettung an.

Und der Zorn steigt, aus diesem Grund sollten wir in den kommenden Tagen unsere Positionen (Banken in die öffentliche Hand holen, schrumpfen, demokratisieren) pointiert in die Öffentlichkeit transportieren – und für den kommenden Samstag erneut zu Protesten aufrufen.

In einigen Städten gibt es bereits Verabredung am 22.10. wieder auf die Straßen zu gehen… das scheint mir der nächste richtige Schritt zu sein.

Die Regierenden stehen unter großem Legitimationsdruck; die objektiven Bedingungen in der Bundesrepublik sind definitv andere als in den südeuropäischen Ländern (Stichwort: Jugendarbeibeitslosigkeit), trotzdem haben wir in den nächsten Tagen die Möglichkeit, einen Hebel anzusetzen.

Gemeinsam in lokalen Krisenbündnissen, mit Occupy-Leuten, als Indignados, Gewerkschaften etc. können wir den Druck noch erhöhen… um Sand in Getriebe der unsozialen neoiberalen Krisenbearbeitungs-/verschärfungspolitik zu streuen.