Am Samstag Vormittag hat auf der ENA ein Workshop stattgefunden, in dem verschiedene Diskussionsstränge rund um Eurokrise und Austeritätspolitik zusammengeführt und gemeinsam diskutiert werden sollten. Der Barocksaal der Freiburger Volkshochschule war aus diesem Anlass voll bis zum Anschlag.

Zunächst wurden Projekte und Forderungen gesammelt. Bei den Projekten hat sich gezeigt, dass sich gerade ziemlich viel bewegt, in und um Attac. Der Aktionstag am 15.10. wird für das europäische Attac-Netzwerk eine wichtige Rolle spielen. In Berlin wird es ein Krisen-Hearing geben, in Frankfurt ist ebenfalls eine größere Aktion angedacht. Auch in anderen deutschen Städten laufen Aktionsplanungen. Europaweit wird es zahlreiche dezentrale und zentrale Aktionen geben, ein Marsch nach Brüssel hat bereits begonnen. Auch der 1.10. wird ein wichtiger Tag. Da findet in London eine Konferenz der Coalition of Resistance statt, an der sich das Attac-Netzwerk umfassend beteiligt. Zudem werden die Planungen für europaweite Bankaktionen konkreter…

Bei der Diskussion zu Forderungen kam es zu einer spannenden Debatte, die gezeigt hat, wie schwierig es ist, europaweit gemeinsame Schwerpunkte zu entwickeln. Jene Themen, die in Deutschland und Frankreich die Menschen bewegen, müssen noch lange nicht jene sein, für die auch in Spanien und Portugal viele Menschen auf die Straße gehen. Die Debatte um diesen Sachverhalt war kontrovers und konstruktiv und hat einige Schnittmengen identifiziert, die in der Zusammenarbeit eine größere Rolle spielen müssen.

Die Ergebnisse des Workshops gehen jetzt in einen so genannten Synthese-Workshop. Dort soll die gemeinsame Basis nochmal klarer herausgearbeitet werden. Am Abend folgt dann ein Strategie-Plenum, in dem die Ergebnisse verschiedener Synthese-Workshops gebündet werden sollen – ein ziemlich kluges Konzept um produktiv mit der Vielfalt im Attac-Netzwerk umzugehen und trotz aller Unterschiede zu konkreten Vereinbarungen gemeinsamer Aktivität zu kommen!

Im Anschluss an den Vormittags-Workshop wurde erstmalig der Jörg Huffschmid-Preis verliehen. Im Gedenken an Jörg Huffschmid wird dieser Preis künftig von Rosa Luxemburg-Stiftung, wissenschaftlichem Beirat und Attac alle zwei Jahre für Diplom- oder Doktorarbeiten vergeben, die thematisch im Zeichen der Arbeit von Jörg stehen.

Der erste JHP ging an Nicola Liebert, die die Jury mit ihrer Doktorarbeit zu globalem Steuerwettbewerb, systematischem Steuerabbau und der Krisenhaftigkeit dieses Prozesses überzeugte. Uli Brand und Bärbel Rompeltien, Jörgs Lebensgefährtin, haben über Jörg gesprochen und die Vielfalt seiner akademischen und politischen Arbeit dargestellt. Die Arbeiten von Jörg sind für die Analyse von Attac nach wie vor von enormer Bedeutung. Elmar Altvater, Nicolas Doktorvater, hat die Laudatio gehalten und dargestellt, wie Nicola mit ihrer Arbeit das Werk von Jörg weiterentwickelt.

Herzlichen Glückwunsch, Nicola Liebert!